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Thrombose (tiefe Venenthrombose)

Ein Blutgerinnsel in einer tiefen Beinvene – das klingt harmlos, kann aber lebensgefährlich werden, wenn sich das Gerinnsel löst und in die Lunge gelangt. Das Risiko steigt mit dem Alter, nach Operationen und bei Bettlägerigkeit. Diese Seite erklärt, woran man eine Thrombose erkennt, wann es ein Notfall ist, wie behandelt wird und was Angehörige und Pflegekräfte tun können. Wie man einer Thrombose vorbeugt, steht ausführlich unter Thromboseprophylaxe.

Was ist eine Thrombose?

Bei einer tiefen Venenthrombose bildet sich ein Blutgerinnsel in einer der größeren Venen, die tief in den Muskelschichten liegen – meist im Bein oder Becken. Das Gerinnsel behindert den Rückfluss des Blutes zum Herzen.

Wer gefährdet ist

Meist kommen mehrere Faktoren zusammen – deshalb ist die Zeit nach einem Krankenhausaufenthalt oder einer Operation besonders heikel.

Warnzeichen einer Beinvenenthrombose

Die Zeichen können auch schwach sein oder ganz fehlen. Ein neu geschwollenes, schmerzendes Bein – vor allem nach Operation oder Bettlägerigkeit – gehört noch am selben Tag ärztlich abgeklärt. Bis dahin das Bein nicht massieren.

🚨 Lungenembolie – sofort 112

Anzeichen sind plötzliche schwere Atemnot, Brustschmerzen, Husten – vor allem mit blutigem Auswurf –, Herzrasen, Schwindel oder Benommenheit bis zur Ohnmacht und starkes Angstgefühl.

Bei schwerer Atemnot, Brustschmerzen oder blutigem Husten sofort den Notruf 112 wählen. Eine schwere Lungenembolie kann lebensbedrohlich sein und muss so schnell wie möglich im Krankenhaus behandelt werden. Das Risiko steigt mit dem Alter: Ab 80 Jahren erkranken jedes Jahr etwa 10 von 1.000 Menschen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Jeder Verdacht auf eine Venenthrombose soll laut Leitlinie zeitnah so weit abgeklärt werden, dass über die Behandlung entschieden werden kann.

Behandlung

💊 Die Gerinnungshemmer nicht vorzeitig absetzen – auch wenn das Bein nicht mehr wehtut. Die Behandlungsdauer legt der Arzt fest.

Nach der Thrombose: das postthrombotische Syndrom

In Studien bekamen etwa 20 bis 50 von 100 Menschen nach einer tiefen Beinvenenthrombose Beschwerden, die bleiben: Schwellungen an Knöchel und Unterschenkel, Schwere- und Spannungsgefühl, Schmerzen, manchmal Hautveränderungen bis zu offenen Stellen.

Was Angehörige und Pflegende tun können

Thrombose in der Pflege – worauf Pflegekräfte achten

Videos zum Thema

Die Videos vor 2026 sind älter als diese Seite; einzelne Angaben darin können überholt sein. Maßgeblich ist der Text hier.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich eine Thrombose im Bein?

Typisch sind Schmerzen im Bein, oft ziehend oder krampfartig in der Wade, eine Schwellung mit Spannungsgefühl und warme, gerötete oder bläuliche Haut – meist nur an einem Bein. Die Zeichen können auch schwach sein. Ein neu geschwollenes, schmerzendes Bein gehört noch am selben Tag ärztlich abgeklärt.

Was sind die Anzeichen einer Lungenembolie?

Plötzliche schwere Atemnot, Brustschmerzen, Husten – vor allem mit blutigem Auswurf –, Herzrasen, Schwindel oder Ohnmacht und starkes Angstgefühl. Dann sofort den Notruf 112 wählen.

Muss man bei einer Thrombose im Bett bleiben?

Nein. Unter einer richtig durchgeführten Behandlung mit Gerinnungshemmern ist Bettruhe kein Therapieprinzip mehr. Menschen mit einer Venenthrombose sollen nicht ruhiggestellt werden, außer um starke Schmerzen zu lindern. Bewegung ist erwünscht.

Wie lange muss man nach einer Thrombose Blutverdünner nehmen?

Meist 3 bis 6 Monate, bei manchen Menschen auch länger – etwa nach einer wiederholten Thrombose oder bei bleibendem Risiko. Die Dauer legt der Arzt fest. Nicht vorzeitig absetzen, auch wenn das Bein nicht mehr wehtut.

Helfen Kompressionsstrümpfe nach einer Thrombose?

Sie lindern Schwellung und Schmerzen, und Fachgesellschaften empfehlen, gleich nach der Diagnose damit zu beginnen. Ob sie einem postthrombotischen Syndrom vorbeugen, zeigen Studien bisher nicht einheitlich. Wie lange sie getragen werden, legt der Arzt fest.

Ist ein erhöhter D-Dimer-Wert ein Beweis für eine Thrombose?

Nein. D-Dimere sind im Alter, nach Operationen oder bei Entzündungen oft erhöht. Ein unauffälliger Wert macht eine Thrombose bei niedriger Wahrscheinlichkeit aber sehr unwahrscheinlich. Sicherheit bringt meist der Ultraschall der Beinvenen.

Passend dazu

Thromboseprophylaxe · Leben mit Blutverdünnern · Die Lunge · Austrocknung · Krankenhaus · Hilfsmittel

Quellen

Neben meiner Erfahrung aus über 20 Jahren Altenpflege beruht diese Seite auf den folgenden Fachquellen. Die Links führen zum jeweiligen Original.

  1. S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Venenthrombose und Lungenembolie – Deutsche Gesellschaft für Angiologie u. a., AWMF-Register 065-002, 2023
  2. Klug entscheiden: Immobilisation bei Venenthrombose – Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)
  3. Tiefe Venenthrombose (TVT) – Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
  4. Lungenembolie – IQWiG
  5. Beschwerden nach einer Thrombose (Postthrombotisches Syndrom) – IQWiG
  6. S2k-Leitlinie Medizinische Kompressionstherapie der Extremitäten – Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie u. a., AWMF-Register 037-005, 2026
  7. Risk assessment for venous thromboembolism (VTE) – Department of Health (England), Risikobewertungsbogen zur NICE-Leitlinie NG89; nennt Flüssigkeitsmangel (Dehydration) als Thrombose-Risikofaktor

Tobias Hoffmann – examinierter Pfleger, seit über 20 Jahren in der Altenpflege, Praxisanleiter und Qualitätsbeauftragter. Mehr über mich und woher die Inhalte kommen

Stand: Oktober 2026. Diese Seite wird wöchentlich auf Änderungen geprüft – so arbeite ich. Angaben zu Geldbeträgen und Rechtsgrundlagen ohne Gewähr – im Zweifel gilt die Auskunft Ihrer Pflegekasse.